Die Radtour ab Neudrossenfeld ist so eine Runde, bei der ziemlich viel zusammenkommt, ohne dass sie künstlich wirkt. Auf 45,3 Kilometern und rund 520 Höhenmetern ist genug drin, dass es nicht langweilig wird – aber eben auch nicht so viel, dass du danach erst mal zwei Tage mit den Beinen verhandeln musst. Du startest entspannt an den Fischweihern vorbei Richtung Haasdorf, rollst erst mal warm und merkst dann spätestens am Bindlacher Berg: Ah ja, heute müssen die Beine doch ein bisschen mitarbeiten. Der erste größere Anstieg zieht an, aber oben ist das schnell wieder vergessen. Der Blick lohnt sich nämlich. Von dort schaust du rüber nach Neudrossenfeld und Thurnau, auf der anderen Seite Richtung Bad Berneck, Himmelkron und bis ins Fichtelgebirge. Nicht schlecht für einen Samstag.
Danach wird die Runde richtig gut. Über schöne Waldwege und Trails fährst du runter nach Lanzendorf. Dort kommt der Teil, den man nicht romantisieren muss: Wegen einer gesperrten Brücke geht’s kurz durchs Gewerbegebiet. Nicht hübsch, aber schnell vorbei. Danach haben wir bei der Frankenfarm einen kurzen Stopp eingelegt und uns was zu essen geholt. Sehr vernünftige Entscheidung, wie sich später noch zeigen sollte.
Weiter ging’s über die Bundesstraße Richtung Gössenreuth auf die Anhöhe. Bevor es dann die Schiefe Ebene hochging, haben wir den Proviant ausgepackt und noch mal kurz Pause gemacht. Auch kein Fehler. Der Anstieg auf der Schiefen Ebene fordert ein bisschen, aber genau das macht die Runde eben aus: nicht nur Rollenlassen, sondern zwischendurch auch mal sauber hochdrücken.
Oben kommst du in Marktschorgast raus und fährst dann links hinunter Richtung Würzberg – auf einem richtig schönen geschotterten Waldweg. Unten wartet eines der kleinen Highlights der Tour: eine Bachdurchfahrt mit dem Rad, bevor du am Waldschwimmbad in Würzberg wieder rauskommst. Solche Stellen bleiben hängen. Nicht spektakulär im Postkarten-Sinn, aber genau das, worüber man danach noch redet.
Zum Schluss ging’s hinten am Schwimmbad vorbei Richtung Neuenmarkt, mit kleinem Schlenker durch die Wohngebiete weiter nach Hegnersbrunn. Dort haben wir noch kurz in der Hegnersbrunner Kawa gehalten und uns ein zweites Mal gestärkt. Über Schlömen, Trebgast und Waldau rollst du danach zurück nach Neudrossenfeld. Unterm Strich ist das eine abwechslungsreiche Runde im Kulmbacher Land: Aussicht, Wald, zwei Stopps, ein ehrlicher Anstieg und mit der Bachquerung sogar noch ein kleines Extra. Nur das Gewerbegebiet in Lanzendorf hätte’s jetzt nicht unbedingt gebraucht. Aber irgendwas ist ja immer.